Rund um den Berzdorfer See
Bevor wir uns auf den Weg um den See machen, etwas zu seiner Geschichte ...
Um 1835 begann man südlich von Görlitz, am Standort der ehemaligen Ortslage Berzdorf, mit dem Abbau von Braunkohle. Damals noch in Schächten Untertage.
Im Jahre 1919 wurde auf Tagebau umgestellt, was in der ersten Zeit harte Arbeit mit Hacke und Schaufel bedeutete!
Im Jahre 1922 wurde eine Kettenbahn (Foto) in Betrieb genommen, welche die Kohle zu einem errichteten Hochbunker mit einer Sieb- und Verladeanlage transportierte.
Vom Hochbunker zum Bahnhof Nikrisch - sorbisch: Nikřiž (seit 1936 Hagenwerder) wurde eine Gleisanlage errichtet, welche die jährlich geförderten 65.000 - 85.000 Tonnen Rohkohle per Schiene weiterleitete.
Im Jahr 1927 wurde der Tagebau aus Gründen der Rentabilität stillgelegt und innerhalb von 50 Tagen übeer die Pliesnitz geflutet.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs erlebte der Tagebau seine Reaktivierung. Der Tagebausee wurde trocken gelegt und im Dreischichtsystem der Braunkohleabbau stark voran getrieben. Es war wie Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, in der die Braunkohle als Energieträger sehr begehrt war. - Das Foto zeigt den Kohlebetrieb mit dem Bagger 457 E 300 Anfang der Fünfziger Jahre und die gleichzeitige Verladung auf Waggons.
1962 bis 1965 wurde der Ort Berzdorf nach Schönau-Berzdorf umgesiedelt.
Das Foto links entstand Mitte der Sechziger Jahre und zeigt den Übergang vom Süd zum Nordfeld des Tagebaues.
Bis 1970 entwickelte sich der Tagebau zum Großtagebau. Es wurden Fördermengen von bis zu 7 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr erreicht.
Der Förderbandbetrieb löste den Zugbetrieb ab und moderne Großbagger wie der 1452 (Bild rechts) förderten bis zu 50.000 Tonnen Kohle pro Tag!
In den 1980er Jahren fanden hier ca. 7000 Menschen Arbeit. 1988 musste Deutsch-Ossig weichen.
Nach über 150 Jahren Braunkohleabbau wurde im Dezember 1997 die Förderung aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt!
(Quelle sowie weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Berzdorfer_See)
Ebenfalls danken wir dem Verein Bergbaulicher Zeitzeugen Berzdorf-Oberlausitz e.V. für die interessanten Fotos!
Ausserdem danken wir dem Verein Oberlausitzer Bergleute e.V. für Bilder und inhaltliche Beratung !
Weitere Einzelheiten, Bilder eine interesante Zeittafel finden Sie auch unter www.berzdorfer-see.eu
Eine bittere Erfahrung für diejenigen, die ihren sicher geglaubten Arbeitsplatz verloren. - Ein Glücksfall für die Natur in der Region um Hagenwerder, Görlitz, Tauchritz, Jauernick-Buschbach, Kunnerwitz, Schönau-Berzdorf und ihre Besucher!
Denn die Renaturierung, die schon lange ein Teil des modernen Tagebaubetriebes war, konnte nun auf der ganzen Fläche greifen!
Das Bild zeigt den Einsatz von schwerer Technik beim Befestigen des Grundes des zukünftigen Tagbausees.
Seit November 2002 speist das Flüsschen Pließnitz den wachsenden See. Im Bild wurde der historische Augenblick festgehalten, als sich das erste Wasser der Pließnitz seinen Weg durch den Flutungsgraben bahnte!
Über eine extra errichtete Flutungsanlage wird seit November 2004 Wasser aus der Lausitzer Neiße eingespeist. Dies geschieht nach strengen Kriterien, um den Wasserstand der Neiße nicht zu weit abzusenken.
Aufgrund der vielen Niederschläge der vergangenen Monate gab es jedoch erhebliche Fortschritte in der Flutung.
Der Seewasserspiegel stieg so seit Jahresbeginn bis zum Sommer um mehr als 5,70 Meter, so dass nun (Stand 22. Juli 2009) 179 Meter über NN gemessen werden konnten. Das Ziel sind 186,5 M über NN!
Über die aktuelle Höhe des Wasserstandes wird von der LMBV u. a. an einer Infotafel am Aussichtspunkt Deutsch-Ossig informiert.
Die nebenstehende Karte zeigt einen Überblick über den Berzdorfer Sees und seine anliegenden Gemeinden.
Die Neuberzdorfer Höhe verdankt ihren Namen einem kleinen Ortsteil Neuberzdorf an der Stelle der jetzigen Abraumhalde.
Hier befindet sich ein Aussichtsturm aus Beton und Stahl mit einer Gesamthöhe von 28 m. Sein Fundament liegt auf einer Höhe von 309 m NN, das sind circa 123 m über der endgültigen Wasserfläche des Berzdorfer Sees.
Die Konstruktion besteht aus einem Stahlbetonschaft mit einer Gesamthöhe von 26 m um denen sich eine Treppe wendelt. Vier seitliche Stahlbeton-Pfeiler geben der Konstruktion halt.
Auf 19 und 21 m wurden zwei Aussichts-Plattformen errichtet. Dieser Turm ist auch der Standort für die Kamera.
Wenn gute Sicht herrscht, kann man von hier oben das Isergebirge, das Riesengebirge und das Lausitzer Bergland gut erkennen!
Am 26.6.2008 um 11:00 Uhr wurde dieser neu errichtete Turm feierlich eingeweiht. - Zum 27.6.2009, also ein Jahr später konnte die Kamera installiert und freigegeben werden.
Rund um den nun fast vollständig gefüllten See sind auf 18 Kilometern bereits gut beschilderte Rad- und Wanderwege fertiggestellt. Von hier aus kann man sicher und bequem beobachten, wie die Landschaft grünt und sich der See in seiner vollen Fläche entfaltet.
Aber vor eigenständigen Erkundungstouren ins Gelände muss man immer noch warnen. Es besteht immer noch akute Lebensgefahr!
An den fertig gestalteten Badestränden und besonders an dem bereits vorbereiteten Yachthafen kann man deutlich sehen, dass noch einige Meter Wasserstand nötig sind, um die Anlage schiffbar zu machen.
Aber trotzdem sind auf dem See schon Segelbote zu sehen, denn zum 13.08.2007 hat das Regierungspräsidium Dresden den Berzdorfer See für eine vorzeitige Nutzung für Segelboote mit und ohne Hilfsmotor freigegeben.
Die Firma Boote & Freizeitsport am Berzdorfer See (BFS) hat einen Saisonstützpunkt im Bereich Neißeeinleiter Deutsch-Ossig eingerichtet und trägt die Verantwortung als Betreiber.
Über diesen vorübergehenden Sportboothafen wurde für alle Wassersportfreunde - unabhängig von einer Mitgliedschaft in einem Wassersportverein - ein Zugang zum See geschaffen. Wer kein eigenes Segelboot besitzt, kann den Bootsverleih nutzen.











































